Blackjack Regeln in Europa und USA – Hole Card

Die Blackjack Regeln in Amerika und Europa unterscheiden sich in einigen Punkten, wodurch sich der Hausvorteil des Casinos entweder zugunsten des Spielers oder zugunsten des Casinos ändert.

Amerikanisches Black Jack mit Hole Card

Amerikanische Blackjack RegelnBesonders auffällig ist, dass beim amerikanischen Blackjack die zweite Dealer Karte verdeckt neben (oder unter) der ersten, offenen Dealer Up-Card liegt. Diese nennt man dann „Hole Card“ oder wegen des verdeckten Gesichts auch „Face-Down-Card“. Sie ist die letzte Karte, die beim Austeilen gezogen wird.

Hat der Dealer ein Ass als Up-Card, bietet er den Spielern die Möglichkeit „Insurance“ an um sich gegen einen möglichen Black Jack zu versichern. Die Wahrscheinlichkeit für einen Blackjack beträgt allerdings nur 4:9 bzw. 4/13 (ca. 30%), da von den insgesamt 13 verschiedenen Kartenwerten nur eine der vier zehnwertigen Kartenwerte (10, J, Q und K) für einen Black Jack sorgt. Statistisch gesehen ist also in zwei von drei Fällen eine Versicherung überflüssig.

Entscheidet sich ein Spieler wider der Wahrscheinlichkeit dafür, eine Versicherung abzuschließen, muss er die Hälfte seines Einsatzes auf das Versicherungsfeld mit dem Schriftzug „Insurance pays 2:1“ setzen. Anschließend kontrolliert der Dealer die verdeckte Karte, ob es sich um eine zehnwertige Karte handelt. Diese würde dem Dealer einen Black Jack verschaffen und das Spiel wäre beendet, bevor es für die Spieler überhaupt begonnen hat.

Hat der Dealer einen Black Jack ist diese Wette gewonnen. Dann bekommt der Spieler zu seinem „Insurance“-Einsatz das doppelte davon als Gewinn. Allerdings hat man dann den Grundeinsatz verloren.

Hat der Dealer keinen Black Jack verliert der Spieler seinen Insurance-Einsatz. Zudem kann man den Grundeinsatz auch noch verlieren, falls man weniger Punkte als der Dealer oder mehr als 21 hat.

Europäisches Black Jack mit Peak-Card

Europäische Blackjack RegelnIm Vergleich dazu wird die zweite (und jede weitere) Karte des Dealers beim europäischen Blackjack erst gezogen, wenn alle Spieler ihre Aktion durchgeführt haben. Diese Regelvariante nennt man „Peak“ (englisch für „picken“ oder „ziehen“). Eine etwas umständlichere Bezeichnung ist „European No Hole Card“-Regel – kurz ENHC.

Mathematisch gesehen macht es für die Wahrscheinlichkeit keinen Unterschied, ob der Dealer die Karte gleich nach dem Austeilen aller Spielerkarten zieht oder erst nachdem alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt haben. Allerdings haben Spieler die Optionen ihren Einsatz durch Verdoppeln und Teilen von Paaren zu erhöhen. In diesen Fällen würden die Spieler bei der Europäischen Variante mehr verlieren als in der Amerikanischen Variante.

Demnach hat das Casino durch die europäische Variante mit der „No Hole Card“ einen größeren Vorteil bzw. der Spieler einen größeren Nachteil.

Beim Europäischen Blackjack muss man also die Blackjack Strategie leicht verändern im Verlgeich zur Amerikanischen Variante.

Die ENHC-Regel in europäischen Casinos erhöht den Hausvorteil des Casinos um ca. 0,11 %.

Änderungen der Blackjack Strategie

Im wesentlichen treten die Änderungen der optimalen Blackjack Strategie dann auf, wenn der Dealer eine 10 oder 11 (mit einem Ass) als erste Karte hat.

Wenn man zum Beispiel ein Paar Achter hat, würde man diese bei amerikanischen Regeln splitten. Dazu müsste man einen zweiten Einsatz bringen und würde zwei Hände getrennt weiterspielen. Wenn der Dealer einen Black Jack hat, verliert man beide Einsätze. In der europäischen Variante hätte man gar nicht erst splitten können, weil das Spiel schon vorher vorbei gewesen wäre. Somit hätte man sich einen zusätzlichen Einsatz gespart.

Vorteil durch Surrender

Wann man beim Blackjack aufgeben sollte - SurrenderWird in einem europäischen Casino jedoch die Option „Surrender“ angeboten, ändert sich einiges. Mit dieser Option kann man eine schlechte Starthand gegen eine gute Dealer-Up-Card aufgeben und erhält die Hälfte seines Einsatzes zurück. Das macht vor allem Sinn, wenn man eine 15 oder 16 gegen eine 10 oder 11 des Dealers hat. Die Surrender-Regel verringert den Hausvorteil des Casinos um ca. 0,24% je nach Regel-Kombination und macht damit den Nachteil der No-Hole-Card mehr als wett.