Kartenzählen für Anfänger #1- Der Red 7 Count

In der ersten Episode der Rubrik „Kartenzählen für Anfänger“ erklärt Radek Vegas das Kartenzähl-System Red 7 Count. Der Red7-Count oder Red Seven Count wurde von Blackjack-Papst Arnold Synder entwickelt und ist eines der leichtesten Zählsysteme, das es gibt. Daher ist es ideal für Anfänger, die mittlerweile die Blackjack Strategie Tabelle auswendig können und nun den nächsten Schritt zum Kartenzähler machen können.

Das Prinzip des Kartenzählens

Je weniger Decks verwendet werden, desto geringer ist der Hausvorteil des Casinos.

Wenn man die Chance hat an einem Double-Deck-Tisch mit guten Regeln zu spielen, dann sollte man das machen. Bei Einhaltung der optimalen Blackjack Strategie beträgt der Hausvorteil bei einem Double-Deck-Spiel zwischen 0,25 und 0,5%. Ergo ist damit die eigene Gewinnchance fast doppelt so hoch wie bei einem 6-Deck-Spiel, das einen Hausvorteil von 0,5 – 1% hat.

Der Hausvorteil verändert sich jedoch im Laufe einer Runde zwischen zwei Mischungen. Mal wird der Vorteil des Casinos noch größer, manchmal ist aber sogar der Spieler im Vorteil. Durch das Kartenzählen kann man als Spieler erkennen, wann man im Vorteil ist. In diesen Situationen erhöht man den Einsatz um bei einer vorteilhaften Situation das Maximale herauszuholen.

So funktioniert der Red 7 Count

So funktioniert das Kartenzählsystem Red 7 Count beim Blackjack

Man startet nach dem Mischen des Dealers und zählt fortlaufend bis zur Cutting Card, die das nächste Mischen signalisiert.

Als Start-Count zählt man pro Kartendeck -2.

Spielt man z.b. mit an einem Blackjack-Tisch mit 6 Decks beträgt der Start-Count -12. Bei einem Double-Deck-Tisch mit nur zwei Kartendecks – wie in unserem Video-Beispiel – beträgt der Start-Count -4.

Für jede hohe Karte, die ausgespielt wird, zählt man -1.

Zu den hohen Karten zählen 10, Jack, Queen, King und Ass. Wenn diese Karten ausgespielt werden, dann ist das schlecht für den Spieler, weil man diese für einen Blackjack (natürliche 21) benötigt. Deshalb zählt man für jede dieser Karte einen negativen Punkt.

Da man als Spieler mit einem Blackjack ein Auszahlungsverhältnis von 3:2 bekommt, hat man einen Vorteil, wenn der restliche Kartenstapel Ass-Lastig ist. Natürlich kann auch der Dealer gute Karten bekommen, doch im Vergleich zum Spieler gewinnt er bei einem Blackjack nur den normalen Einsatz statt das 1,5-fache.

Für jede niedrige Karte zählt man +1.

Niedrige Karten wie 2, 3, 4, 5 und 6 sowie nur die roten Siebener (Herz & Karo; daher der Name Red 7 Count) wertet man mit +1. Diese Karten sind schlecht für den Spieler, weil man sich damit leichter überkaufen kann und schwerer gute Kartenkombinationen bekommt. Es ist daher gut, wenn diese ausgespielt werden und im restlichen Kartenstapel mehr hohe Karten enthalten sind.

8, 9 und die schwarzen 7er ignoriert man.

Man zählt die ausgespielten Karten am besten immer paarweise, da sich viele Kartenkombinationen auscanceln (aufheben). Erhält die Hand eines Spielers eine niedrige (+1) und eine hohe Karte (+1), dann gleichen sich die beiden Werte aus und ergeben Null. Ein Beispiel dafür ist die Hand 16 bestehend aus einer zehnwertigen Karte (-1) und einer sechs (+1). Diese ergibt 0. Mit etwas Übung sieht man das auf den ersten Blick und spart viel Zeit beim Zählen.

Einsatz beim Red 7 Count

Wird der Count positiv erhöht man den Einsatz.

Wie bereits erwähnt startet man mit einem negativen Start-Count von -4 (bzw. -2 pro Deck). Erreicht der Count den positiven Bereich, bedeutet das, dass Verhältnismäßig mehr niedrige Karten ausgespielt wurden. Als Konsequenz ist die Wahrscheinlichkeit für hohe Karten – und damit für Blackjacks – erhöht. Man erhöht in diesem Fall den Einsatz um das Maximale aus der Situation herauszuholen.

Bei unserem Beispiel mit dem Double-Deck-Blackjack würde man bei einem negativen Count immer nur die Standardeinheit setzen. Diese entspricht in der Regel dem Mindesteinsatz am Tisch. Wenn man eine größere Bankroll hat, dann kann die Standard-Einheit auch mehr betragt. Wenn man z.B. an einem Tisch mit 5$-Mindesteinsatz spielt, kann mann auch eine Standard-Einheit von 10 Dollar oder 20 Dollar haben.

Am Einfachsten ist die Setzstrategie des Red 7 Counts beim Single-Deck-Blackjack. Ab einem Count von 0 setzt man das Doppelte und ab einem Count von +2 das vierfache. That’s it!

Bei einem Double-Deck-Spiel setzt erhält man den Einsatz, sobald der Count nicht mehr negativ ist. Bei einem Count zwischen Null und +3 setzt man zwei Einheiten. Bei einem Count von +4 und +5 riskiert man in der darauffolgenden Runde drei Einheiten. Ist der Count bei +6 setzt man vier Einheiten, bei +7 sind es fünf Einheiten und ab +8 setzt man das Maximum von sechs Einheiten.

Da es immer schwieriger wird einen Vorteil zu erlangen, je mehr Decks im Spiel sind, benötigt man für ein erfolgreiches Spiel an einem 6-Deck-Schlitten noch höhere Einsätze. Hier setzt man bei einem Count von 0 bis +5 nur zwei Einheiten. Erst ab einem Count von +6 setzt man immer halb soviele Einheiten, wie der Count beträgt: Bei +8 vier Einheiten, bei +12 sechs Einheiten und bei +16 acht Einheiten.

Setzschema beim Red 7 Count im Überblick

Count 1 Deck 2 Decks 6-Decks
Negativ 1 1 1 (or 0)
0 2 2 2
+2 4 2 2
+4 4 3 2
+6 4 4 3
+7 4 5 3
+8 4 6 4
+12 4 6 6
+16 4 6 8

Diese Einsätze sollte man gut beherrschen, damit man nicht zuviel riskiert – so wie Radek Vegas in unserem Beispiel-Video.

Video: Der Red 7 Count in der Praxis einfach erklärt

Podcast: Der Red 7 Count ist die einfachste Methode zum Kartenzählen

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