Double Down – Wann man den Einsatz beim Blackjack verdoppeln sollte

Double Down – Wann man den Einsatz beim Blackjack verdoppeln sollte

Double Down ist beim Blackjack der Fachbegriff für das Verdoppeln des Einsatzes bei einer aussichtsreichen Starthand. Im folgenden Artikel werde ich alle wichtigen Punkte zum Thema “Double Down” erläutern.

Wie geht ein Double Down?

Double Down ist neben Hit (Karte ziehen) und Stand (stehen bleiben) die dritt häufigste Wahlmöglichkeit beim Blackjack. Es gibt Casinos, die erlauben das Verdoppeln des Einsatzes bei jeder beliebigen Starthand. Im englischen heißt das dann “double down on any two cards”. Will man die Double-Down-Option nutzen, muss man einen Einsatz in der Höhe des ursprünglichen Einsatzes in das Setzfeld legen, wenn man an der Reihe ist. Es gibt auch die Option “Double for less”, bei der man auch weniger als den Grundeinsatz bringen kann. Diese Variante ist aber sehr selten.

Hast du zum Beispiel 10 Dollar gesetzt und hast eine entsprechend aussichtsreiche Starthand, dann legst du einen zweiten Einsatz von 10 Dollar neben den ersten Einsatz. Damit riskierst du 20 Euro in der Hoffnung, dass dir die dritte Karte eine hohe Gesamtpunktzahl gibt. Beim Verdoppeln sagst du zum Dealer “Double down“. Der akustische Hinweise des Verdoppelns ist besonders wichtig, wenn man ein Paar hat, damit der Dealer nicht irrtümlicherweise vermutet, dass man das Paar splitten will – obwohl man dazu mit gespreizten Zeigefinger und Mittelfinger auf die Karten deuten müsste. Mit dem Zusatz “Double Down” ist man also auf der sicheren Seite. Hast du dich entschieden zu verdoppeln bekommst du nur noch eine weitere Karte und hast damit mit drei Karten eine Endsumme. Liegt dieses Ergebnis höher als die des Dealers oder überkauft sich der Dealer mit mehr als 21, dann gewinnst 20 Euro zu deinen Einsätzen hinzu

Wann sollte man den Einsatz verdoppeln?

In der Blackjack Strategie Tabelle sieht man die mathematisch korrekte Entscheidung zu jeder möglichen Situation am Blackjack Tisch. Für Situationen, in denen man Verdoppeln sollte steht ein D als Abkürzung für Double Down. Da man beim Verdoppeln nur noch eine weitere Karte bekommt, sollte man nur Hände verdoppeln, mit denen man sich nicht überkaufen kann. Also Kartenkombinationen unter 12, so dass man mit einer zehn-wertigen Karte nicht eine verlierende 22 hätte.

Double Down mit 9, 10 und 11

Laut der optimalen Blackjack Strategie sollte man

bei Starthänden mit den Werten 9, 10 und 11 verdoppeln.

Allerdings spielt die Dealer-Up-Card – die offene Karte des Dealers – eine entscheidende Rolle:

  • Man verdoppelt mit 9 nur gegen eine 3, 4, 5 oder 6 des Dealers.
  • Eine 10 verdoppelt man gegen eine Dealer-Up-Card von 9 oder niedriger
  • Mit 11 verdoppelt man gegen jede Dealer-Up-Card

Double Down mit Soft Hands

Wenn im Casino die Regel gilt “Double Down on any two cards” bedeutet das, dass man nicht nur 9, 10 und 11 verdoppeln darf, sondern auch jede beliebige andere Kartenkombination. Nutzen sollte man das aber nur bei weiteren Kartenkombinationen mit einem Ass – den sogenannten Soft Hands.

Diese Regel ist der Standard. Nur selten verbietet ein Casino das Verdoppeln von Soft Hands. Nicht erlaubt ist es zum Beispiel im Casino Fuerteventura.

Ist das Verdoppeln mit einer Soft Hand erlaubt, sollte man das in folgenden Situationen tun:

  • A7: gegen jede Dealer-Up-Card von 3 bis 6
  • A6: gegen jede Dealer-Up-Card von 3 bis 6
  • A5: gegen 4, 5 und 6 des Dealers
  • A4: gegen 4,5 und 6 des Dealers
  • A3: gegen 5 und 6 des Dealers
  • A2: gegen 5 und 6 des Dealers
  • A8 und A9: nie
  • A10 = Blackjack

Ass +8 (19) und Ass + 9 (20) sind zu starke Hände, so dass man nicht riskieren sollte, sie mit einer Verdopplung zu verschlechtern. Mit einem Ass und einer 10, einem Jack, einer Queen oder einem King hat man einen gemachten Blackjack und bereits im Verhältnis 3:2 gewonnen, so dass man gar nicht Verdoppeln kann, auch wenn man auch irgendwelchen irrationalen Gründen gerne würde.

Double Down beim Karten zählen

Beim Karten zählen verfolgt man die ausgespielten Karten und zieht daraus Rückschlüsse auf die noch im Kartenstapel enthaltenen Karten. Wenn man ein Karten-Zählsystem verwendet, weiß man, wenn zuvor viele hohe Karten ausgespielt wurde, dass die Wahrscheinlichkeit auf weitere hohe Karte geringer ist. In diesem Fall weichen Kartenzähler von der Vorgabe der Blackjack Strategie Tabelle ab und verzichten auf eine Verdopplung gegen eine hohe Dealer-Karte.

Keine Angst vor dem Verdoppeln!

Ich sehe in Casinos immer wieder Spieler, die gute Situationen zum Verdoppeln auslassen. Entweder, weil sie nicht wissen, dass man überhaupt verdoppeln darf, weil sie nicht wissen, dass man verdoppeln sollte oder gar, weil sie Angst davor haben doppelt zu verlieren. Wer nur immer den Mindesteinsatz riskiert und sich vor dem Verdoppeln fürchtet, der spielt wahrscheinlich in einer zu hohen Liga und sollte mit niedrigeren Einsätzen spielen.

Dabei spielt die Bankroll eine Rolle. Denn man kann auch nach dem Teilen eines Paares noch verdoppeln, wenn man dann eine der oben genannten Konstellationen vorfindet. Maximal kann man auf bis zu vier Hände aufsplitten und jede davon auch verdoppeln. Der maximale Einsatz beträgt in so einem – zugegebenermaßen sehr seltenen – Fall das achtfache des Grundeinsatzes.

Man sollte also immer im Hinterkopf haben, dass man unter Umständen mehr setzen muss um das Optimale herauszuholen und am meisten zu gewinnen. Wer das nicht tut, lässt Geld liegen und macht das Casino noch reicher.

Indem man in guten Situationen auf das Verdoppeln verzichtet, verzichtet man auch einen statistischen Gewinn. Natürlich kann man auch mal beim Verdoppeln verlieren, aber in den meisten Fällen lohnt es sich, wenn man es macht, wie oben beschrieben.

Verdopplung von anderen übernehmen

Ich biete feigen Blackjack-Spielern gerne an in attraktiven Situationen ihre Verdopplung zu zahlen. So erkaufe ich mir eine vorteilhafte Situation, in der ich z.b. in 70% der Fälle gewinne. Während die Spieler, die selbst nicht verdoppeln Geld liegen lassen, sammle ich ohne großen Aufwand regelmäßig Geld ein.

Hat ein Spieler zum Beispiel eine 10 oder 11 gegen eine Dealer-Karte unter 10 und will selbst nicht verdoppeln, biete ich ihm an, dass ich für ihn Verdoppele, wenn ich den Verdopplungs-Gewinn bekomme. Damit das funktioniert sollte man sich mit den Spielern immer ein bißchen unterhalten und anfreunden. Man muss vielen erst beweisen, dass man weiß, was man macht, damit sie einem erlauben in ihr Spiel einzugreifen.

Beim Verdoppeln bekommt man nur noch eine weitere Karte. Diese kann natürlich auch schlecht sein. In 30% der Fälle verliert man eine Verdopplung, also in einem von drei Fällen. Es kann dann schon mal vorkommen, dass man beschuldigt wird, dass man durch das Verdoppeln das Spiel des Feiglings zerstört hat, da er selbst noch eine Karte hätte nehmen können, wenn er nicht verdoppelt hätte. In so einem Fall zahle ich gerne den verlorenen Einsatz um zu zeigen, dass ich gegen Kritik erhaben bin und sicher bin, dass ich auf lange Sicht so Gewinn mache.

WAS NICHT GEMEINT IST: EINSATZ VERDOPPELN!

Wer sich mit Glücksspiel nicht besonders gut auskennt kommt vielleicht auf die Idee nach einem Verlust den Einsatz zu verdoppeln. Das Prinzip dahinter nennt sich “Martingale”. Dabei verdoppelt man bei jeder Niederlage den Einsatz. Wenn man dann gewinnen würde, hätte man den Verlust wieder reingeholt.

ABER ACHTUNG: VERDOPPELN DES EINSATZES FÜHRT GARANTIERT ZUM TOTAL-VERLUST!

Vielleicht geht es ein paar mal gut, aber früher oder später verliert man mehrmals in Folge. Das Problem beim Blackjack und im Casino allgemein: Es gibt Tischlimits. Natürlich wissen die Casinos seit hunderten Jahren, dass es theoretisch bei einer endlosen Bankroll möglich wäre mit der Martingale-Strategie zu gewinnen.

In der Regel scheitert die Strategie am Kapial des Spielers.

Angenommen man startet mit 10 Euro, dann wären die Verdopplungs-Schritte nach Niederlagen folgende:

10 – 20 – 40 – 80 – 160 – 320 – 640 – 1280 – 2560

Das sind nur 9 Stufen. Mit 8 Niederlagen in Folge müsste man also 2560 Euro setzen um den ganzen Verlust zuvor wieder gut zu machen und insgesamt 10 Euro zu gewinnen. Eine irrsinnige Rechnung. Und 8  Niederlagen in Folge sind absolut nichts außergewöhnliches! Das passiert so gut wie jedem Spieler jeden Abend. Wenn es nicht passiert ist es Glück. Wenn es passiert ist es kein Pech, sondern ganz normale Wahrscheinlichkeit.

Allerdings kann es auch sein, dass man 26 Mal in Folge verliert und es sich laut dem Gesetz der Großen Zahlen auf 1000 oder 10.000 Spiele wieder ausgleicht und der erwarteten Wahrscheinlichkeit annähert. Dazu machen wir einen kurzen Ausflug nach Monte Carlo ins Jahr 1913.

Unglaubliche Serie beim Roulette in Monte Carlo 1913

Um das zu Vorkommen von Serien beim Glücksspiel zu verdeutlichen ist die legendäre Monte-Carlo-Geschichte passend. Vielleicht hat die Nummer 13 auch daher ihren Urpsung als Unglückszahl, denn diese Geschichte trug sich im Jahr 1913 zu!

Im Spielcasino in Monte Carlo spielte die Oberschicht Roulette. Insgesamt landete die Kugel 26 Mal hintereinander auf Schwarz! Das muss so eine Art Weltrekord gewesen sein. Dennoch ist ein riesiger Unterschied zwischen 8, 10 oder gar 15 Mal hintereinander zu verlieren, was absolut realistisch ist, zum 26 maligen Schwarz.

Das Casino in Monte Carlo hat an diesem Tag einen der größten Gewinne ihrer Geschichte eingefahren. Alle Spieler im Casino bekamen Wind schnell Wind von dieser unglaublichen Serie. Nach 15 Mal Schwarz setzen immer mehr Spieler immer mehr Geld auf rot! Denn klar: irgendwann muss mal wieder schwarz kommen!

Das stimmt ja auch. Aber ob irgendwann gleich der nächste Versuch ist, oder ob – wie in diesem Fall – 11 weitere Male die gleiche Farbe kommt, steht in den Sternen.

Der Denkfehler, dem ungeübte Spieler immer wieder aufsetzen ist eine falsche Vorstellung der Wahrscheinlichkeit. Nur, weil man X-Mal in Folge verloren hat, steht einem kein schicksalhafter Sieg zu.

Die Wahrscheinlichkeit ist vor jeder Runde beim Roulette immer die Gleiche: In 18 von 37 Fällen kommt rot. In 18 von 37 Fällen kommt schwarz.

Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von je 48,64%. Auf addiert ergibt das die Wahrscheinlichkeit von 97,28, dass entweder rot oder schwarz kommt. In 2,72% aller Spiele fällt die Kugel allerdings auf die 0 und sowohl rot als auch schwarz verliert.

Vergleiche: Setzt man auf eine Farbe gewinnt in

51,36 % das Casino 100% deines Einsatzes.

In gerade mal

48,64% gewinnst du 100% deines Einsatzes hinzu.

Dieses Missverhältnis nennt man Hausvorteil. Und den Hausvorteil kann man nicht mit Setzsystemen wie dem Martingale-System umgehen.

Deswegen solltest Du keines Falls den Einsatz nach einer Niederlage oder einem Sieg verdoppeln. Der Einsatz beim Blackjack hängt von der Reihenfolge der Ausgespielten Karten ab. Das ist aber etwas für Fortgeschrittene im Bereich Kartenzählen.

Die Option Double Down solltest du aber immer nutzen, wenn du eine der oben genannten Situationen antriffst!

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Radek Vegas | Blackjack-Winner.de

Glücksspiel-Experte, Journalist & Videoproduzent
2007: Leidenschaft für Blackjack beim ersten Vegas-Trip entdeckt.
2010: Einzige redaktionelle deutsche Blackjack-Webseite aufgebaut.
2007 - heute: Blackjack spielen in Casinos auf der ganzen Welt
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